Art Cologne: Kunst und Künstler, die Kontakt zu Flüchtlingen herstellen wollen, sind unerwünscht

HERMANN JOSEF HACK, ART NOT WELCOME, 160317, MALEREI UND COLLAGE AUF ZELTPLANE, 224 X 160 CM, 2016, Auf Wunsch kann das Foto in besserer Qualität geliefert werden.

Der Mitbegründer der Ersten Flüchtlingsakademie der Freien Künste Hermann Josef Hack zur Ablehnung der ART Cologne, ein Zelt der Akademie vor dem Messeeingang als Kontaktstelle zuzulassen:

„Während ich heute wieder hunderte von Kulturtaschen einsammeln durfte, welche die Flüchtlingskinder in der Notunterkunft Schulzentrum Neuenhof in Siegburg für die Besucher/innen der ART Cologne als Geste zur Kontaktaufnahme bemalt haben, bleibt es beim bekannten Stand der Nichtkommunikation seitens der Kunstmesse. Der künstlerische Direktor Daniel Hug hat auf sämtliche Anfragen mit Schweigen reagiert, die Stadt Köln als Hauptgesellschafterin der KölnMesse hat kein Interesse, sich für unser Flüchtlingsprojekt einzusetzen. Wohlgemerkt: es geht hier nicht um die Teilnahme an der Messe oder finanzielle Interessen, vielmehr um das Angebot der Ersten Flüchtlingsakademie der Freien Künste, die in Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln einen Sichtkontakt zu Flüchtlingen in der Nachbarschaft herstellen will.

Was muss in den Köpfen der Verantwortlichen der Messe vorgehen, um sich abzuschotten? Warum blockt die Oberbürgermeisterin und verbietet uns, unser Zelt außerhalb der Messehalle in Sichtweite der ART Cologne aufzustellen. Was hat sie gegen den Kontakt zu Flüchtlingen? Mehr als eine Armlänge Abstand, ja mehr als hundert Meter Abstand zur Kunstmesse halten wir ein. Warum will Frau Reker uns nicht hier sehen?

EINE REPORTERIN DES DEUTSCHLANDFUNKS BEFRAGT DIE KLEINE KÜNSTLERIN IN DER NOTUNTERKUNFT NEUENHOF IN SIEGBURG, DIE EINE VON TAUSEND KULTURTASCHEN FÜR DEN MUSEUMSDIENST KÖLN ZU ART COLOGNE BEMALT.

Wie soll ich das den Flüchtlingskindern erklären, die mit großer Hingabe und Freude die Kulturtaschen bemalen? Ich schäme mich für dieses Verhalten meiner Mitbürger zutiefst.“