Presseankündigung und Einladung an die Medien

Zur ART Cologne: Flüchtlingsakademie führt Flüchtlinge durch die Kunstmesse, Zelt mit Skype-Kontakt zu benachbarten Flüchtlingslagern vor dem Messeeingang

Köln/Siegburg. „Sichtkontakt“ heißt das Projekt der im September in Köln gegründeten Ersten Flüchtlingsakademie der Freien Künste (EFFK). Zur ART Cologne 2016 sollen Messebesucher die Gelegenheit erhalten, ihre Schwellenängste gegenüber einem direkten Kontakt zu Flüchtlingen abzubauen und durch Videokonferenz mit Geflüchteten in Notunterkünften in der Umgebung in Kontakt zu treten. Der Museumsdienst Köln wird eine kostenfreie Führung für Flüchtlinge über die Kunstmesse anbieten, ferner wird eine Gruppe Flüchtlingskinder eingeladen, am KIDS ART workshop teilzunehmen. Interessierte Messegäste können im Rahmen einer Führung nach Anmeldung bei der Akademie das von der Stadt Köln unterhaltene Notunterkunft in Köln-Porz besuchen, um mit den dortigen Gästen in Kontakt zu kommen und eine Kunstinstallation aus Bildern auf Zeltplanen zu besichtigen. Diese Bilder sind z.T. mit den Bewohnern entstanden. Der Künstler Hermann Josef Hack, der mit seinem Kollegen Andreas Pohlmann die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste gegründet hat, zeigt seine Bilder bewusst „hier, wo die Menschen leben, um die es in meinen Arbeiten geht“. Auch in diesem Jahr werden vom Museumsdienst Köln wieder die beliebten KULTURTASCHEN mit Infos der Kölner Museen verteilt, zu 50 Jahren ART COLOGNE verziert mit individuellen Kunstwerken von Flüchtlingskindern.

Neben Köln beteiligt sich auch die von der Kreisstadt unterhaltene Notunterkunft im Schulzentrum Am Neuenhof im nahen Siegburg, wo Hack ebenfalls seine Bilder ausstellt.

Die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste fordert ein, dass neben der Grundversorgung geflüchteter Menschen (Unterkunft, Kleidung, Nahrung, medizinische Versorgung) auch eine geistige, kulturelle Versorgung bereitgestellt wird. Sie nutzt die Übersprachlichkeit von Kunst zur Verbesserung von Kommunikation und Integration und geht vor Ort in die Unterkünfte von geflüchteten Menschen und arbeitet dort, wo diese leben. Sie fragt nach dem Kulturbegriff, den Werten, kulturellen Identitäten sowohl der Gastgeber als auch der Gäste und hilft bei der Findung einer gemeinsam lebbaren Identität und macht durch Leuchtturmprojekte sichtbar, welche Möglichkeiten einer besseren gegenseitigen Verständigung die Kunst bietet. Ferner veranstaltet sie Symposien und Workshops, um Wege und Lösungen für die künftig durch den Klimawandel noch wachsende Herausforderung des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen herauszuarbeiten.

Die Gründer Hermann Josef Hack und Andreas Pohlmann haben sich bereits seit 2007 mit dem Flüchtlingsthema in ihrer Kunst beschäftigt und verschiedene Projekte mit Geflüchteten in Asien, Südamerika und im Nahen Osten gemeinsam mit internationalen Hilfsorganisationen durchgeführt. Soeben ist ihr „Malbuch für Flüchtlinge“ als Kommunikationsmedium erschienen. Die EFFK wird gefördert durch die F. Victor Rolff-Stiftung.